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Digitales Programmheft · 2026

Landpartie

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The Curious Bards

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Einführung

MIT HOFFMANN NACH SCHWEDEN

Wenn es um Recherchen für seine literarischen Projekte geht, ist der Buchhändler und -verleiher Kralowsky in Berlin für E.T.A. Hoffmann eine bewährte Adresse. Um der Geschichte, die gerade in ihm arbeitet, das rechte Lokalkolorit zu verleihen, erbittet er sich im Dezember 1818 von Kralowsky Literatur über Schweden, namentlich auch über den Bergbau. Angeregt wurde er dazu von einer wahren Begebenheit, die in der Literatur der Zeit bereits die Runde macht, seit Gotthilf Heinrich Schubert sie in seinen vielgelesenen Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft (1808) aus zuverlässiger schwedischer Quelle überliefert hat: 1719 wurde bei Schachtarbeiten im Bergwerk von Falun in der Provinz Dalarna der Leichnam eines Bergmanns zutage gefördert, der seit einem Grubenunglück 1670 verschollen war. Ein Kollege von damals und die inzwischen gleichfalls hochbetagte Braut des Verschollenen konnten die Identität des Mannes bestätigen, da der Leichnam, in Kupfervitriol konserviert, dessen jugendliche Gestalt vollkommen bewahrt hatte.

Schon 1809 wird die denkwürdige Begebenheit in der literarischen Zeitschrift Jason abgedruckt; dem damit verbundenen Aufruf zu poetischer Bearbeitung folgen u.a. so prominente Autoren wie Achim von Arnim und Johann Peter Hebel. So kann E.T.A. Hoffmann bereits mit einer gewissen Popularität der Story – und nebenbei auch mit einem wachsenden Publikumsinteresse an Skandinavien – rechnen, als er sich auf seine unnachahmliche Art des Stoffes annimmt. In seiner Meistererzählung Die Bergwerke zu Falun wird die Geschichte jenes unglücklichen Seemanns Elis Fröbom, der sich als Bergmann anwerben lässt und der geheimnisvollen Welt unter Tage immer mehr verfällt, zu einer Reise in die Abgründe des eigenen Ich, in denen es sich unaufhaltsam verliert, bis es schließlich kein Zurück mehr gibt. Mit Hoffmann taucht der Leser ab in Elis Fröboms Welt und erlebt ein ganzes Psychodrama, märchenhaft glitzernd und schmerzhaft realistisch bis zum historisch verbürgten Ende. Lesen Sie selbst!

Musik ist in E.T.A. Hoffmanns Leben und Schaffen so allgegenwärtig und so vielfach in sein literarisches Werk hineinverwoben, dass es ein Wunder wäre, hätte er nicht auch die Göteborger Seefahrer und die Faluner Bergleute seiner Erzählung bei ihren Geselligkeiten zu klingendem Leben erweckt. Das ließ er sich natürlich nicht entgehen – der Live-Soundtrack, den The Curious Bards heute quasi dazu liefern, hätte ihn sicher auch erfreut.

Babette Hesse

Nordic Sounds – Die Instrumente

Musikfreundinnen wie -freunde und solche, die es werden wollen, haben sicherlich eine Vorstellung von einer Barockvioline, auch Kurzhalsgeige genannt, oder von einer Viola da gamba, der »Knie-Geige«. Bei der Cister dürften allerdings schon einige passen. Dahinter verbirgt sich ein Instrument aus der Lautenfamilie mit einem flachen, wappenförmigen Korpus, über dem sich vier bis sechs doppelchörige Metallsaiten befinden. Üblicherweise schlug und schlägt man sie mit einem Plektrum an.

Was aber ist eine Hardingfele oder auch Hardangerfiedel? Zunächst ist sie das musikalische Wahrzeichen Norwegens. In der Form ähnelt sie einer Violine und hat ebenso viele Saiten. Der Hauptunterschied liegt in den Resonanzsaiten, die bei der Hardingfele unter dem Steg verlaufen, nicht gestrichen werden, aber zusammen mit den Bogensaiten schwingen. Die Hardangerfiedeln sind oft reich verziert: mit einem geschnitzten Löwenkopf (oder dem eines anderen Tieres), Perlmutt-Einlagen oder Federzeichnungen. Man nimmt an, dass die Fiedel im 17. Jahrhundert entstanden ist. Jedenfalls stammt das älteste erhaltene Exemplar aus dem Jahr 1651. Seine Blütezeit erlebte das Instrument Mitte des 18. Jahrhunderts, vor allem dank der Impulse des Instrumentenbauers lsak Nielsen Botnen. Ein Instrument von dessen Sohn Trend diente als Vorbild für die Hardingfele der Bards, die heute im Konzert zu hören (und zu bewundern) sein wird.

Deutlich älter als die Hardingfele ist die Nyckelharpa, die erstmals auf einem Steinrelief zu sehen ist, das um 1350 im schwedischen Gotland entstand. Auch in Deutschland hinterließ das Instrument tiefe Spuren – hier meist Schlüsselfiedel genannt. Bekannte Musiktheoretiker wie Sebastian Virdung (Musica getutscht und ausgezogen, 1511) oder Martin Agricola (Musica instrumentalis deudsch, 1529) erwähnten es, während ihm Michael Praetorius in seinem berühmten Theatrum lnstrumentorum (1619) eine Abbildung widmete. Instrumente der Nyckelharpa-Familie weisen einen Korpus und einen Klappenmechanismus auf, die denen einer Drehleier ähneln. Allerdings werden sie mit einem Handbogen statt mit einem sich drehenden Rad gespielt. Bei der heute gebräuchlichen Nyckelharpa regeln drei oder vier Klappenreihen die Tonhöhen – eine Reihe für jede Saite. Hinzu kommen zwölf Resonanzsaiten, die wie bei der Hardingfele lediglich mitschwingen und so für eine Art Halleffekt sorgen. Übrigens ist das Instrument in Schweden so beliebt, dass es in Uppland jedes Jahr zu einem Treffen kommt, bei dem die besten Spielerinnen und Spieler ermittelt werden. Nyckelharpa und Hardingfele sorgen für die charakteristischen skandinavischen Klangfarben der Bards.

NORDIC SOUNDS – Die Autoren

Die Kategorien »bekannt« / »weniger bekannt« lassen sich ebenso auf die ausgewählten Autoren anwenden. Der berühmteste unter ihnen ist zweifelsohne Carl Michael Bellman, dessen Lieder vielfach ins Deutsche übertragen wurden, etwa durch Hans von Gumppenberg, Fritz Grasshoff oder Carl Zuckmayer, um nur einige Nachdichter zu nennen. So überlassen die Bards ihm denn auch das Schlusswort. BelIman, der übrigens Cister spielte, war ein, wenn nicht der Liedermacher seiner Zeit, der mit seinen Anthologien Epistlar Fredmans (1790) und Fredmans Sånger (1791) eine eigene Welt erschuf. Sie wird von schrulligen Typen wie Movitz und Mollberg oder der Muse Ulla Winblad bevölkert. Natürlich spielt Bacchus eine Rolle, aber es gibt ebenso Bellman-Lieder, die sich mit biblischen Figuren beschäftigen, etwa mit Noah. Um Trinken, Kartenspiel und Musizieren – kurz, um eine bohèmehafte Szene — geht es auch in dem tänzerischen »Grannas Lasse! Klang på Lyran«. Auch wenn er gelegentlich melodisches Material von Kollegen verwendete, etwa solches von Pergolesi, verstand Bellman es, einen eigenen Stil zu entwickeln, der vom lustvollen Trinklied bis zu lyrischen oder gar todesnahen Gesängen reicht.

Die meisten Nummern von Nordic Sounds stammen jedoch aus Sammlungen, deren Herausgeber außerhalb Skandinaviens eher unbekannt sind. Über das Leben von Andreas Dahlgren weiß man dennoch recht genau Bescheid. Der schwedische Organist, Glöckner und Komponist von Volksmusik war als Sohn eines Hüttenarbeiters auf die Welt gekommen, hatte jedoch in Graf Gustav Horn einen bedeutenden Förderer gefunden, zu dessen Sekretär und Bibliothekar er aufstieg. Auch musizierten die beiden gemeinsam, etwa im gräflichen Streichquartett. 1812 verlieh die Patriotische Gesellschaft Dahlgren eine Auszeichnung für Fleiß und Handwerkskunst, die er jedoch nicht mehr entgegennehmen konnte, da er verstarb. Seine Werke erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit, wie zahlreiche CD-Einspielungen bezeugen, nicht zuletzt die der Bards.

NORDIC SOUNDS – Die Stücke

Spelaren (Der Spieler) ist ein schwedisches Lied aus der Sammlung Musiken till Glada Qväden, die Johan Ehlers, ein schwedischer Dichter und Topograf, 1792 in Stockholm herausgab. Es handelt von ehrenwerten Berufen wie dem des Fischers oder Musikers, um schließlich in einer Würdigung des Bettelstandes zu enden: »Es war einmal ein Bettler, der an einer Straßenecke saß und sang: ›Gebt den Armen ein wenig Geld! […]. Ihr Passanten, die ihr hier umhergeht, denkt daran, dass unser ganzes Leben nichts anderes ist als Bettelei.‹« Nach der Polonesse des in Östergötland wirkenden Anders Larsson, die typischerweise Zwei-Takt-Motive aneinanderreiht, erklingen der 1822 veröffentlichte Bruredansen und ein doppelter Paalsdans von Johann Nielsen Schodsberg. Hinter diesen archaisch anmutenden Nummern verbergen sich Tänze, die in Norwegen und Schweden speziell für Hochzeitsfeierlichkeiten komponiert und meist der Braut gewidmet wurden.

Der französische Komponist, Historiker und Choreograf Jean-Benjamin Laborde nahm 1780 das norwegische Lied Huldra å’ en Eliand in seine Sammlung Essai sur la Musique Ancienne et Moderne auf. Es erzählt von dem erschöpften Reitersmann EIiand, den bei einer Rast die schöne Huldra umgarnt, ein musizierendes Fabelwesen. Der 1834 von Ole Olsen Kruge veröffentlichte Vals sorgt für eine Stimmung von ländlicher Gemütlichkeit. Vom Schicksal eines historisch nicht zu identifizierenden Königs Eric berichtet der Gesang Konung Eric och Spåkvinnan, den der schwedische Poet Erik Gustaf Geijer in seine zwischen 1814 und 1816 erschienene Anthologie Svenska Folkvisor aufnahm. In der Ballade versucht der Monarch mit Hilfe einer Wahrsagerin, seine Zukunft zu ergründen. Abermals der Sammlung von Kruge ist der Springedans entnommen, der seinen Namen entsprechenden Bewegungen verdankt. Als norwegisches Gegenstück zur Polonaise inspirierte er im Land der Fjorde zahlreiche Komponisten, so auch Edvard Grieg in seinen Lyrischen Stücken op. 47. Mit der Pollonoise n° 9 von Andreas Grevelius, dessen Werk im Bewusstsein der skandinavischen Volksmusiker fest verankert ist, und der Polonesse von Johan Eric Blomgren bildet der Springedans ein instrumentales Intermezzo. Der aus Hässlunda stammende Blomgren war im Hauptberuf Schneider. Seine handgeschriebene Notensammlung gilt heute als eine der wichtigsten Quellen für die schwedische Tanzmusik des 17. und 18. Jahrhunderts.

Frieras a Ongkar’n te Gjente (Heiratsantrag eines alten Lehrers gehört zu der 1840 angelegten Kollektion Samling af Sange, Folkeviser og Stev i Norske Almuedialekter, einer Sammlung von Liedern in verschiedenen norwegischen Dialekten, die Ludwig Mathias Lindeman zusammengestellt hat. Dem Text ist zu entnehmen, wie ein »sabbernder« Alter um eine Jahrzehnte jüngere Frau wirbt, die ihn jedoch derb zurückweist: Er sei ein Spieler und Trinker und obendrein ein Volltrottel. Das folgende Stück, Madame Trifes Liri e Dans überschrieben, kommt als schmissig-mitreißender Kontratanz daher, der einen förmlich vom Stuhl haut. Der Tanz war von England aus nach Skandinavien gelangt. So ist er auch ein Beleg für die politischen und kulturellen Berührungspunkte der beiden Regionen.

Der Titel Necken (Der Neck, oder: Der Nix ) wiederum bezieht sich auf ein Fabelwesen, das in Flüssen oder Wasserfällen lebt und besonders von Musikern geschätzt wird: Zahlreiche Legenden erzählen, dass man an drei aufeinanderfolgenden Donnerstagen bei Einbruch der Dunkelheit an einen Fluss gehen und auf völlige Stille warten muss. Am dritten Donnerstag wird der Nix dann einige der schönsten Melodien spielen, die je ein Mensch vernommen hat. Zu ihnen gehört sicher auch die unseres Liedes: Nicht von ungefähr verleibte sie Ambroise Thomas seiner Oper Hamlet ein.

Weitere skandinavische Polka-Varianten aus dem 18. Jahrhundert – darunter mit der besonders rasanten Polska von Ludvig Olsson ein Klassiker des Genres – leiten schließlich zum eingangs schon beschriebenen Bellman-Lied »Grannas Lasse! Klang på lyran« über, mit dem unser Konzert stimmungsvoll zu Ende geht.

Matthias Henke

Hintergrund

UMWELTZERSTÖRUNG

Hintergrund

SCHNEEWITTCHENSARG

Hintergrund

WELTKULTURERBE

Festival-Quiz

Wie heißt das Hafenviertel von Göteborg, wo die Seeleute bei Hoffmann »Hösning«, also ihre glückliche Heimkehr feiern?
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Mit Nixen und Necken kannte sich E.T.A. Hoffmann auch aus – wie heißt der mächtige Wassergeist aus seiner Zauberoper Undine?
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Programm

NORDIC SOUNDS

Alte Musik aus Skandinavien

Polonesse n° 74 (Andreas Dahlgren, 1784)

Spelaren (Schwedisches Lied aus:

Musiken till Glada Qväden, Johan Elers, 1792)

Polonesse (Anders Larsson, 18. Jh.)

Bruredansen / Paalsdans / Paalsdans

(Johannes Nielsen Schodsberg, 1822)

Huldra å’ en EIiand (Norwegisches Lied aus:

Essai sur la Musique Ancienne et Moderne,

Jean-Benjamin de Laborde, 1780)

Vals (Ole Olsen Kruge, 19. Jahrhundert)

Konung Eric och Spåkvinnan (Schwedisches Lied aus:

Svenska Folkvisor, Erik Gustaf Geijer, 1816)

Springedans (Ole Olsen Kruge, 1834)

Pollonoise n° 9 (Andreas Grevelius, 18. Jh.) /

Polonesse (Johan Eric Blomgren, 1785)

Frieras a Ongkar’n te Gjente (Norwegisches Lied aus:

Samling af Sange, Folkeviser og Stev i Norske Almuedialekter,

Ludvig Mathias Lindeman, 1840)

Madame Trifes Liri e Dans (Anonym, Ringerike, 18. Jh.)

Necken (Schwedisches Lied von Arvid Afzelius, 19. Jh.)

2 Polsdans (Peder Pedersens, 18. Jh.) / Polska (Ludvig Olsson, 1772)

Grannas Lasse! Klang på lyran (Schwedisches Lied aus:

Fredmans sånger, Carl Michael Bellman, 1791)

Gesangs- und Lesetexte

Spelaren – Der Spieler

Es war einmal ein Spieler,/ Der wollt’ mit Würfeln wohl/ Sein großes Glück versuchen,/ Und ward des Unglücks voll./ Du Liebender! Bewahr die Treu,/ Doch sieh, wie schnell das Glück zerrinnt,/ Und lern, dass Lieb und Mädchens Gunst/ Ein Würfelspiel nur sind.

Einst sah man einen Fischer,/ Der lebt’ an einem Sund,/ Der warf zu jeder Stund/ Die Angel bis zum Grund./ Zufrieden sang er von den Narren,/ Die auf dem Glück beharren:/ »Wirft man den Haken recht nur aus,/ So bringt man sichern Fang nach Haus.«

Es war einmal ein Musikant,/ Der spielt’ zu jeder Hochzeit auf,/ Ein hübsches Sümmchen machte er,/ Doch soff er alles weg./ Erschöpft und schwach sank er am Ende/ Am schatt’gen Ufer hin und sang:/ »Genug hab ich die Saiten strapaziert;/ Nun möcht’ ich selber tanzen.«

Es war einmal ein Bettler,/ Der saß am Straßenrand,/ Der bat um eine milde Gabe,/ Hielt seinen Hut und sang:/ »Du Wanderer, der du vorübergehst/ Und nach der Gunst des Glückes strebst:/ Denk immer dran, dass unser ganzes Leben/ Wir alle nur den Bettler geben!«

Huldra å’ en EIiand – Die Huldra und der EIiand

Müde war der Junge, heiß war der Sommertag,/ Ganz ohne Rast konnt’ er nicht weiterziehen./ Schwer war das Gepäck, erschöpft das Pferd/ Vom steilen Anstieg zu dem Hang./ Er nahm den Sattel ab, aß Speck und Quark/ Und eilte, einen Ruheplatz zu finden;/ Ein dichter Ballen Heu war ihm das beste Lager,/ Kein bess’res hätt’ er finden können.

»Steh auf, steh auf, blick hinter dich,/ Hör auf den Klang der Silbersaiten./ Sieh das Mädchen, das sich nach dir sehnt,/ Eine Huldra ist’s, die vor Verlangen brennt,/ Viele lauern dir auf, EIiand!/ Lass mich deine Braut sein,/ Nichts würde mich glücklicher machen,/ Als dich an meiner Seite ruh’n zu lassen.«

Im Nu entflammte die Huldra sein Herz:/ Braun waren ihre Zöpfe, golden ihre Finger;/ Im Schreiten zeigte sie ihr schönes Antlitz,/ Und badete sich im klaren Quellenwasser,/ Und setzte sich wieder neben ihn./ Ihr Instrument von tausend Saiten auf dem Schoß,/ Fing sie zu spielen an und sang so viele Lieder,/ Dass EIiand ganz gewiss ihr in die Berge folgte.

»Steh auf, steh auf, blick hinter dich,/ Hör auf den Klang der Silbersaiten …

Konung Eric och Spåkvinnan – König Erik und die Wahrsagerin

Und der König sprach zu den beiden Höflingen/ Und zu dem Jungen:

»Morgen sollt ihr zur Wahrsagerin gehen.«

Betet alle gut für den jungen König Erik.

Und die Wahrsagerin trat vor den König/ Und den Jungen:

Gute Antworten gab sie ihnen.

Betet alle gut für den jungen König Erik.

Und der König klopfte auf die blauen Kissen/ Und der Junge:

»Möchte die kleine Wahrsagerin darauf ruhen?«

Betet alle gut für den jungen König Erik.

»Und wenn Ihr all das wisst, wisst Ihr sicher noch mehr!« sprach er/ Und der Junge:

»Und wisst Ihr, wie lange ich leben werde?«

Betet alle gut für den jungen König Erik.

»Mein gnädigster König, erschreckt nicht,/ Und auch nicht der Junge!

Zwei Stühle stehen für Euch beide bereit in der Weite des Himmels.«

Betet alle gut für den jungen König Erik.

Frieras a Ongkar’n te Gjente – Heiratsantrag eines alten Junggesellen

»Auch ich möchte heiraten«, sagte er,/ »Wenn ich ein echt nettes Mädchen fände«, sagte er;/ »Eine, die keinen Aufstand macht,/ Die keine Szene macht,/ Ganz gleich, ob ich trinke oder nicht«, sagte er./ »Schenk mir ein!«, sagte er, »verdammt nochmal!«, sagte er,/ »Wenn viele Burschen um sie werben«, sagte er.

»Hör zu, Mari, ich will dir einen Antrag machen«, sagte er,/ »Wenn dir ein Kerl wie ich gefällt«, sagte er./ »Ich habe Kühe und Schafe,/ Töpfe, Platten und Tröge,/ Glaub mir, ich bin kein Faulpelz«, sagte er./ »Ich bin ein Mann, ich handle mit Pferden«, sagte er,/ »Also heirate ich auch wie ein Mann«, sagte er.

»Ach, was für ein Kerl du heute bist!«, sagte sie,/ »Aber ich werde dich trotzdem niemals haben«, sagte sie./ »Du bist großartig im Prahlen/ Und wirklich gut im Angeben,/ Aber dieses ganze heiße Gerede ist mir völlig egal«, sagte sie./ »Pfui!«, sagte sie, »das ist alles Unsinn!«, sagte sie,/ »Geh weg mit deinem Heiratsantrag«, sagte sie.

»Für mich bist du nur ein Taugenichts und Schuft«, sagte sie./ »Trinkst, spielst und machst ständig Ärger./ Du wirst einfach niemals/ Ein anständiges Mädchen bekommen,/ Und wenn du auch so wärst wie Peer Sjerksant«, sagte sie./ »Pfui!«, sagte sie, »das ist alles Unsinn!«, sagte sie,/ »Weg mit dir und deinem Heiratsantrag«, sagte sie.

Necken – Der Neck

Tief im Meer auf Diamantenfelsen/ Ruht der Neck in seinem grünen Saal./ Jungfraun in der Nacht breiten dunklen Mantel/ Über Wälder, Berg und Tal./ Herrlich steht der Abend in seinem Nachtgewand;/ Kein Flüstern stört, kein Laut die Stille/ Von nah und fern; es ruht das Land,/ Da der Meereskönig seine Burg verlässt.

Ägirs Töchter wiegen ihn sanft/ Auf den klaren Wassern vorwärts./ Harfenklänge ziehen dahin/ Auf der Suche nach der fernen Welle,/ Wo sie sanft verklingen können./ Doch sein Blick ruht auf dem dunklen Himmel:/ Kein Stern zeigt noch die Königin der Nacht,/ Freya schmückt ihr goldenes Haar,/

Und der Neck besingt sein Leid zur Harfe:

»Wo weilst du, o hellster der Sterne,/ In der Stunde der tiefsten Dämmerung?/ Die du einst, ein Mädchen der Erde,/ Meine Braut wurdest tief im Ozean!/ Und als mein Herz vor Leidenschaft entbrannte,/ Schmiegten sich deine holden Reize/ An meine Brust inmitten der kühlen Flut,/ Da die goldne Harfe stumm auf den Wellen ruht.«

Die Jungfrauen der Nacht, strahlende Sterne,/ Ziehen aus zum Tanz im stillen Abend,/ Während klare, silberne Klänge/ Am Ufer widerhallen, von Klippe zu Klippe./ Doch wenn der Herr des Tags im Osten aufgeht,/ Scheidet der kleine Stern voller Bangen;/ Er wirft einen wehmütigen Blick hinab,/ Und die goldene Harfe erklingt nicht mehr.

Grannas Lasse! Klang på lyran – Grannas Lasse! Spiel auf

Grannas Lasse! Spiel auf, lass uns lärmen und toben./ Spiel, Jerker, wirf die Vier, Fünf und Sechs hin – he!/ Mach den Stich; noch mehr Kreuz; schau die Trümpfe!/ Olle, du brauchst einen Trumpf. Pelle, pass auf!/ Olle, steh nicht bloß da, mach endlich einen Stich!/ He Kerstin, Mädel, schenk mir noch einen Humpen ein;/ Hörst du die Münze klingen? Gold wiegt schwerer als Rang./ Olle, spann die Pferde an! Auf geht’s, alle Mann.

Tauch nicht den Bart in den Humpen; wisch dir den Mund ab;/ Der Stallknecht ruft, raus auf den Hof!/ Trink auf mein Wohl, gib auch Marjo einen aus, reich den Tabaksbeutel her./ Doch nun muss ich los. Halt, stillgestanden mit dem Pferd, das Geschirr ist locker!/ Lass den Keil rollen und jag im Galopp davon./ Lebt wohl, Lasse, Jöns und Lisken; Olle, reich mir die Peitsche;/ Mein Fäustling liegt dort auf der Theke. Fahr jetzt los. He, auf geht’s!

Ausführende

Besetzung

Ilektra Platiopoulou – Mezzosopran

THE CURIOUS BARDS
Alix Boisvert – Hardingfele, Barockvioline und Leitung
Colin Heller – Nickelharpa und Barockvioline
Jean-Christophe Morel – Cister
Sarah van Oudenhove – Viola da Gamba

Ilektra Platiopoulou

Mezzosopran

llektra Platiopoulou begann ihr Gesangsstudium am Neo V. Tsampali Konservatorium in ihrer Heimatstadt Thessaloniki. Ihren Master machte sie an der Schola Cantorum Basiliensis bei Rosa Dominguez und Andreas Scholl, ebenso studierte sie bei Marcel Boone an der Musikakademie Basel. Auf der Opernbühne war die Mezzosopranistin an der Nationaloper Athen als Virtu in L’incoronazione di Poppea von Monteverdi und als Elvida und Penelope in den gleichnamigen Opern von Alessandro Scarlatti zu erleben, ferner als Kind in L’enfant et les sortilèges von Ravel an der Oper Basel und als Lucilla in La Scala di seta von Rossini beim Academy of Lyric Art Festival in Aix-en-Provence. Als Konzertsängerin trat sie u.a. mit spanischen Liedern von Manuel De Falla mit dem Sinfonieorchester Basel auf. Besonders interessiert ist sie an der Verbindung zwischen traditioneller und Kunstmusik, die sie im Rahmen des griechischen Repertoires von Komponisten wie Theodorakis und Hadjidakis, aber auch in der gälischen Musik mit The Curious Bords beleuchtet.

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